Link verschicken   Drucken
 

Schulanfänger

Eine besondere und sehr gezielte Art der Förderung ist die Vorbereitung der Kinder auf die Schule. Ziel ist ein gleitender Übergang in das Schulsystem. Das bedarf einer guten Vorbereitung der betreffenden Mitarbeiter/innen und beginnt mit der Teilnahme an einem Arbeitskreis „Übergang von der Kita zur Schule“.

 

Zudem findet ein ständiger Austausch mit den Grundschulen der Stadt Husum statt, eine gegenseitige Hospitation beider Gruppen festigt die Zusammenarbeit. Vor Beginn des „Vorschulprogramms“ werden die Eltern zu einem Informationsabend eingeladen.

 

Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und Voraussetzungen, und z.B. eine vorzeitige Einschulung erörtert. Weiter wird über die Praxis der Zusammenarbeit mit den Schulen und über das methodische Vorgehen informiert.

 

Dies sind unter anderem:

  • Lernwerkstatt (Lernwerkstattkästen)
  • Wuppi (bewusstes Hören und Sprechen)
  • Turnen in der Bewegungslandschaft der Klaus-Groth-Schule
  • Wassergewöhnung (unter Begleitung eines Rettungsschwimmers)

 

IMG_5864.jpg

 

Mit der Lernwerkstatt werden den Kindern Fähig- und Fertigkeiten vermittelt, die den Eintritt in die Grundschule erheblich erleichtern und zudem sanft gestalten. Erstes Ziel ist es, die Selbständigkeit durch eigenaktives Lernen zu fördern.

 

Durch die erbrachten und erfahrenen eigenen Leistungen wächst das Selbstvertrauen, ebenso durch die Beherrschung vieler Dinge wie z.B. die Zeiteinteilung, das Ausprobieren und eigene Erfahrungen machen, Hilfen einfordern und die Selbstkorrektur.

 

Es ist nicht Ziel der Lernwerkstatt, Aufgaben der Schule in der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen vorwegzunehmen.

 

IMG_5859.jpg

 

Die Lernwerkstatt (das Programm beginnt nach den Herbstferien) soll hier anhand eines Beispiels erläutert werden:

 

Die zukünftigen Schulanfänger werden von zwei Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen (jedes Kind hat eine Ansprechpartnerin) um 8.30 Uhr (bis 9.00 Uhr) aus den Gruppen abgeholt und in einen gesonderten Raum begleitet.

 

Jedes Kind erhält einen Lernwerkstattkasten, der individuell gekennzeichnet ist. Die Kästen sind mit Aufgaben für ca. vier Tage und einer Wäscheklammer mit persönlicher Kennzeichnung gefüllt.

 

Der Inhalt:

  • Buchstaben und Zahlen
    Hohlformen von großen Zahlen und Buchstaben auf einem Blatt Papier sollen ausgefüllt werden. Richtungspfeile geben Reihenfolge der nachzuzeichnen Linien vor; dies wird acht- bis zehnmal mit einer jeweils anderen Farbe gemacht. Sind die Kinder mit dem Ergebnis zufrieden, holen sie sich von einem gesonderten Tisch den entsprechenden Stempelbuchstaben und stempeln damit ihr fertiges Blatt ab. (Selbstkontrolle, Formerkennung)
  • Blätter für Ausschneideübungen
    Figuren werden ausgeschnitten und zugeordnet.
  • Bedruckte Blätter, Ketten u.a.m.
    Mit diesen Materialien werden logische Reihenfolgen durch Aussortieren und Weiterentwickeln nachvollzogen.
  • Bilder
    Fehler in Bildern markieren u.a.m.
  • Grafomotorische Übungen
    („Stift im Griff“) Hinführung aufs Schreiben – Stift richtig halten, Strichführung üben.
  • Wäscheklammer
    Die individuell gezeichneten Wäscheklammern werden dem Erzieher/der Erzieherin bei Hilfewünschen an die Kleidung geheftet.

 

Auf die Arbeitstage folgt ein Auswertungstag, an dem die Ergebnisse individuell begutachtet werden. Diese geben ein Bild vom Aufgaben- und Zahlenverständnis, dem Arbeitstempo, der Wahrnehmungsfähigkeit und der Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen.

 

IMG_5860.jpg

 

Eltern können jederzeit in den Kasten ihres Kindes gucken und sich bei dem Erzieher/der Erzieherin über die Fortschritte kundig machen.

 

Etwa Ende Februar finden Elterngespräche statt. Dann werden die Auswertungs- und Beobachtungsbögen besprochen. Die Eltern werden um ihr Einverständnis gebeten, dass Informationen an die Schulen weitergegeben werden dürfen. „Wuppi ist ein Programm, das der Spielfreudigkeit der Kinder sehr entgegenkommt.

 

„Wuppi“ ist ein Außerirdischer vom Planeten Wupp. Er kann nicht zuhören, nicht reimen, keine Silben erkennen und ihm fehlt all das, was man später zum Lesen und Schreiben lernen braucht.

Wuppi

wuppi 1-1.jpg

 

 Deshalb schickt ihn sein Vater auf die Erde, damit er in einem Kindergarten „Ohrenkönig“ werde und die phonologische Bewusstheit (bewusstes Hören und Sprechen) lernen soll…Wuppis Reise durch die phonologische „Bewusstheit“ nimmt die Kinder mit auf ebendiese Reise.

 

Das Material fördert ganz spielerisch das genaue Hinhören, sensibilisiert für die Struktur der Sprache und bereitet die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung auf den Schriftspracherwerb vor.

 

Das Besondere ist die Einbettung der systematischen Übungen in einen Handlungsrahmen. Ausgangspunkt ist eine Vorlesegeschichte, die die Kinder als Akteure ins Geschehen einbezieht.

 

Anhand vieler Einzelgeschichten werden die unterschiedlichen Bereiche der phonologischen Bewusstheit anschließend im Spiel erarbeitet. Die Geschichten führen zu Lausch- und Reimübungen, zu Silbenspielen sowie Übungen zur Analyse und Synthese von Lauten.

 

Das Textverständnis wird durch den Handlungsrahmen mit Geschichten von „Wuppi“ intensiv gefördert. Das alles steigert auch Aufmerksamkeit und Konzentration.“

 

Zudem findet hier der erste Kontakt zu einem Teilbereich der Institution Schule statt. Auch nutzen die Kinder gelegentlich gemeinsam mit Grundschülern die Halle und können sich so gegenseitig beschnuppern und neue Eindrücke sammeln.

 

turnen 1-1 Kopie.jpg


Die Bewegungslandschaft ist so aufgebaut, dass die Kinder eine Vielzahl an Geräten und Aufbauten vorfinden. Sie haben eine freie Wahl der Betätigungsmöglichkeiten – je nach Zutrauen und Lust, allein oder gemeinsam. Für die Sicherheit und Anregungen stehen Mitarbeiter/innen der Kita bereit.

 

Es geht hier um die Gewöhnung an das Wasser, es sollen Ängste genommen, Freude an der Bewegung im Wasser vermittelt werden. Hierzu wird das Nichtschwimmerbecken des Husumer Hallenbades genutzt.

 

Die Kinder werden von einem Rettungsschwimmer und zwei Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen begleitet. Zur Sicherheit müssen immer Schwimmflügel getragen werden.